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Grönlandeis schmilzt schneller als erwartet

KölnAgenda-Logo Köln, 27.07.2005
Saurer werdende Ozeane gefährden Tier- und Pflanzenwelt
Grönlands Gletscher reagieren viel rascher und dramatischer auf Klimaveränderungen als bislang vermutet. Schon Ende 2004 veröffentliche eine kalifornische Forschergruppe in der Zeitschrift 'Nature' ihre Messungen zur Fließgeschwindigkeit des Gletscher Jakobshavn Isbr?, der an Westküste Grönlands in die Baffinbai mündet. Nachdem diese seit 1985 bei etwa 6 km im Jahr gelegen hatte, verdoppelte sich die Fließgeschwindigkeit von 1997 bis 2003 auf 12,6 km pro Jahr. Ähnliches haben nun unabhängige Forscher an Bord des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise für den Kangerdlugssuaq-Gletscher an der ostgrönländischen Küste ermittelt. Ein Vergleich mit Satellitenaufnahmen ergab für das Jahr 1996 eine Geschwindigkeit von fünf Kilometern im Jahr. Mittlerweile sind es fast 14 Kilometer. Beide Gletscher transportieren gut Eis zehn Prozent des grönländischen Inlandeises zum Meer.
Das Treibhausgas Kohlendioxid führt nach einem Bericht der internationalen Arbeitsgruppe der britischen Royal Society auch zu einer Ansäuerung der Ozeane mit unvorhersehbaren Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt in den Weltmeeren. In den oberen und artenreichen Regionen der Ozeane herrscht derzeit ein pH-Wert von 8,2. die Arbeitsgruppe prophezeit jedoch, dass er bis zum Jahr 2100 um bis zu 0,5 Einheiten gesunken sein wird. Gegenwärtig zieht der Ozean jährlich für jeden auf der Erde lebenden Menschen circa eine Tonne Kohlendioxid aus der Atmosphäre, der pH-Wert ist dadurch bereits heute schon leicht gesunken. Neben dem Klimawandel liefert damit die Ansäuerung der Ozeane ein weiteres und dringliches Argument zur Reduzierung des globalen Ausstoßes von Kohlendioxid. "Werden die Emissionen nicht erheblich vermindert" so John Raven von der schottischen University of Dundee, "wird es in den Ozeanen der Zukunft keinen Platz mehr geben für viele der Arten und Ökosysteme, die wir heute kennen." Seit Millionen von Jahren hat sich laut den Forschern die Chemie der Meere nicht so rasant verändert wie heute.

Themen: Umwelt & Natur |

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