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Im Winter fließt ein Drittel mehr Regen in den Rhein

KölnAgenda-Logo Köln, 03.05.2006
Max-Planck-Institut für Meteorologie erwartet erhebliche Klimaänderungen in Deutschland
Erstmals gelang es dem Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, flächendeckend für Deutschland hoch aufgelöste Daten zu künftigen Klimaentwicklungen vorzulegen. Das vom MPI-M entwickelte Regionalmodell REMO hat eine Auflösung von zehn mal zehn Kilometern. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Detailberechnungen: Die Jahresmitteltemperaturen in Deutschland könnten bis 2100 im Vergleich zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um 2,5 bis 3,5 °C – abhängig von der Höhe der zukünftigen Treibhausgasemissionen – steigen. Mit mehr als 4 °C fällt die Erwärmung im Winter in Süd- und Südostdeutschland besonders stark aus. Im Sommer könnten die Niederschläge in Süd-, Südwest- und Nordostdeutschland bis zu 30 Prozent zurückgehen. Das verschärft Dürren im Sommer, vor allem im Nordosten Deutschlands. Im Winter wird es in ganz Deutschland feuchter. Gerade in den Mittelgebirgen Süd- und Südwestdeutschlands ist mit einem Drittel mehr Niederschlägen zu rechnen. Schnee wird es regional allerdings weniger geben: Fällt momentan noch etwa ein Drittel des Niederschlags in den Alpen als Schnee, könnte es am Ende des Jahrhunderts nur noch ein Sechstel sein.
Die neuen Ergebnisse zeigen klar: Der Klimawandel wird vor Deutschland nicht halt machen. Und er ist bereits spürbar: Durch die Hitzewelle im Jahr 2003 waren in Deutschland mehr als 7.000 Tote zusätzlich zu beklagen. Die Schäden als Folge extremer Wetterereignisse der vergangenen zehn Jahre belaufen sich in Deutschland auf etwa 16,5 Milliarden Euro. Die Kosten durch den Klimawandel könnten bis 2050 auf jährlich 27 Milliarden Euro steigen. Das Umweltbundesamt, das die Studie in Auftrag gegeben hat, wird die neuen Daten detailliert bewerten und versuchen, die Risikowahrnehmung bei Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung zu schärfen. Ziel ist es, die notwendige Anpassung an den Klimawandel – wie im Hochwasser- und Gesundheitsschutz – zu beschleunigen.
Neben besserer Anpassung an den Klimawandel sind nach Auffassung des UBA die Treibhausgasemissionen in Deutschland – als nationaler Beitrag zum globalen Klimaschutz – um 40 Prozent bis 2020 und um 80 Prozent bis 2050 zu verringern. Und Klimaschutz lohnt sich: Weltweit liegen die Kosten für anspruchsvollen Klimaschutz bei durchschnittlich nur einem Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die ökonomischen Schäden eines ungebremsten Klimawandels könnten dagegen bis zu zehn Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen. www.umweltbundesamt.de

Themen: Nachhaltigkeit | Umwelt & Natur |

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