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NRW-Haushalt

KölnAgenda-Logo Köln, 12.05.2006
Bleiben Nachhaltigkeit und Umweltbildung auf der Strecke?
Der neue Umweltminister des Landes NRW Uhlenberg hat im März im Landtag politische Kurskorrekturen zu den Themen Nachhaltigkeit und Agenda 21 angekündigt. Im Visier sind die „früher überhöhten Ausgaben für Agenda 21-Prozesse“. Uhlenberg hat entschieden, die Mittel für so genannte "nachhaltige Entwicklung" (früher Agenda 21) von 5 auf 1,66 Millionen Euro zu kürzen. Verringert wurde auch der Zuschuss für die Natur- und Umweltakademie NRW. Zugleich wird die NUA in Recklinghausen laut Presse von der geplanten Umstrukturierung der Umweltbehörden auf Landesebene betroffen. In der gleichen Rede erklärte der Umweltminister:
„Neue Verantwortung in der Umweltpolitik setzt auf mündige Bürgerinnen und Bürger. Die Umweltbildung ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Wir leben in einer Wissensgesellschaft - das gilt auch für Kompetenz rund um den Umweltschutz. Mein Ministerium greift die Initiative der Vereinten Nationen auf, die den Zeitraum von 2005 bis 2014 zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erklären. NRW arbeitet - als eines der ersten Bundesländer – bereits eng mit der deutschen UNESCO-Kommission zusammen.“
Umweltpädagogen und engagierten Lehrern an den Schulen, den Umweltbildungseinrichtungen und Biologischen Stationen, sind sehr skeptisch gegenüber solchen Erklärungen.
Denn die Realität sieht völlig anders aus. Die bisherige Förderstruktur des Landes für die außerschulische Umweltbildung wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Denn im Rahmen der Haushaltseinsparungen werden die kleinen Fördertöpfe für Umweltbildungsprojekte bei der NUA und dem MUNLV praktisch auslaufen. Mittel sind nur noch für bereits bewilligte Projekte verfügbar. Trotz der bescheidenen Summe von 120.000€, die von der NUA verwaltet wird, konnten damit jährlich gute Projektideen umgesetzt werden. So wurde in Köln beispielsweise 2001 die Aktion Weltfrühstück, an der über 50 Schulen beteiligt waren und die gemeinsam von der Deutschen Welthungerhilfe, der Verbraucher-Zentrale, der Stadt Köln und Köln Agenda durchgeführt wurde, von der NUA maßgeblich unterstützt, ebenso wie die Herbstakademie 2004 für eine gesunde Ernährung mit Mitteln des Landes verwirklicht.
In der lokalen Umweltbildungsszene, die in Köln im Agenda Themenkreis Bildung, Ausbildung und Wissenschaft zusammenarbeitet, wird nun befürchtet, dass die neue Landespolitik Signalwirkung auch auf lokaler Ebene haben könnte. Dabei wird immer wieder die Abordnung von Lehrerinnen und Lehrern an außerschulischen Lernorten wie an der Zooschule, der Freiluga oder der Grünen Schule thematisiert. Obwohl pädagogische Arbeit an den außerschulischen Lernorten ohne Lehrerabordnung gar nicht möglich wäre, gibt es eine zunehmende Tendenz vor allem von Seiten der Oberen Schulaufsicht, diese Arbeit der Lehrer an den Umweltbildungseinrichtungen immer restriktiver zu handhaben.

Themen: Nachhaltigkeit | Umwelt & Natur |

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