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Oikos-Kongress zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“ war gut besucht

KölnAgenda-Logo Köln, 03.07.2006
Bei Pauschalreise- Unternehmen ist der Begriff Nachhaltigkeit kein Fremdwort mehr
Rund 65 Interessierte nahmen an dem Jahres-Kongress von Oikos Köln teil, um sich über die neuesten Entwicklungen im umwelt- und sozialverträglichen Tourismus zu informieren und darüber hinaus aktiv an der Erarbeitung von entsprechenden Kriterien mit zu wirken.
Die Eröffnungsvorträge hielten Matthias Beyer, Dozent an der FH Eberswalde und Geschäftsführer von mas | contour, einem Beratungsunternehmen für nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung, Markus Sterr vom Deutschen Entwicklungsdienst, und Andreas Müseler, Beauftragter für Nachhaltigkeit der LTU-Touristik in Köln, www.ltu-touristik.com. Während Beyer, der außerdem Vorstandsmitglied des Gemeinsamen Arbeitskreises Tourismus und Ethnologie www.gate-tourismus.de (GATE e.V.) ist, seine Forschungsergebnisse zur „ökologischen Dimension der weißen Industrie“ präsentierte, stellte Sterr durch Gegenüberstellung zweier vom DED durchgeführten gegensätzlichen Fallbeispiele Hauptfaktoren zur Sicherung der ökologischen und ökonomischen Effizienz eines Projekts heraus. Andreas Müseler zeigte anhand eines Berichts über seine Tätigkeit und zahlreichen Aktivitäten der LTU-Touristik, dass auch bei den Pauschalreise-Unternehmen der Begriff Nachhaltigkeit kein Fremdwort mehr ist. Die Organisation setzt sich u.a. für den Schutz von Kindern gegen sexuelle Ausbeutung im Rahmen von Tourismus ein. Alle Vorträge sind in Kürze auf der Internetseite von OIKOS Köln www.oikos-koeln.de einsehbar.
Nach der Mittagspause wurden von allen Kongressteilnehmern in fünf verschiedenen Workshops Hauptkriterien für sozial- und umweltverträgliche Reisen erarbeitet und anschließend präsentiert. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zwischen Vertretern des Forum anders Reisen, LTU-Touristik und Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit (DED und GTZ)
Besondere Beachtung verdient in dem Zusammenhang das Forum anders Reisen, www.forumandersreisen.de, ein Verband aus einem Zusammenschluss von ca. 140 überwiegend kleinen und mittelständischen Reiseveranstaltern. Die Mitglieder berücksichtigen bei ihren Angeboten Vorgaben, die in einem 160 Kriterien umfassenden Katalog zusammengestellt sind und sozial- sowie umweltverträgliches Reisen garantieren sollen. Beispielsweise werden Einheimische grundsätzlich an der Wertschöpfung beteiligt und regionale (saisonale) und wenn möglich Produkte aus ökologischem Anbau bevorzugt. Gegenüber den Leistungserbringern im Zielgebiet wird auf eine faire Bezahlung geachtet und es werden langfristig tragfähige Verträge geschlossen. Interessanterweise ist der Frauenanteil unter den Kunden besonders hoch.
Insgesamt wurde deutlich, dass nachhaltiger Tourismus ein erkennbarer Trend ist. Insbesondere deutsche Kunden nehmen ökologisch orientierte Angebote gerne in Anspruch. Wenn die Bedürfnisse der Einheimischen entsprechend berücksichtigt und sie als gleichberechtigte Partner in die Planung mit einbezogen werden, besteht die Chance, dass Tourismus eine echte Alternative zu anderen Wirtschaftszweigen bietet und einen aktiven Beitrag zum Naturschutz leisten kann. Statt Konkurrenz sollten Kooperationen zwischen Unternehmen in den Vordergrund gerückt werden.

Themen: Nachhaltigkeit | Energie | Mobilitt | Wirtschaft | Umwelt & Natur |

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