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Energie vom Acker

KölnAgenda-Logo Köln, 12.07.2006
Uni-Bonn hat Chancen für NRW untersucht
Ob Biogas, Biodiesel oder kaltgepresstes Rapsöl, zusammen mit der Windenergie wird der Energie vom Acker eine große Zukunft vorausgesagt. Die Entwicklung ist dabei in hohem Maße vom Gesetzgeber abhängig. Via Einspeisevergütung, Besteuerung und Investitionsförderung hält der Bund die entscheidenden Fäden in den Händen. Jetzt melden sich auch Kommunen und Bundesländer zu Wort. Der Landkreis Potsdam Mittelmarkt will bis 2030 zu 100 Prozent seinen Strom aus erneuerbaren Quellen gewinnen - ebenso die Landkreise Konstanz und Fürstenfeldbruck. Mecklenburg-Vorpommern kann sich laut seinem Umweltminister bis 2050 komplett mit erneuerbaren Energien versorgen. Wissenschaftler der Universität Bonn haben in einer aktuellen Studie aufgezeigt, dass sich der Anbau von Energiepflanzen bei richtiger steuerlicher Weichenstellung auch für nordrhein-westfälischen Landwirte rentiert.
Neben dem Rapsanbau sind besonders mit Gülle und Energiemais gefütterte Biogasanlagen gefragt, die aus einem Hektar Fläche fünfmal soviel Energie wie eine Rapspresse heraus holen können. Bis zu 11,5 Cent pro Kilowattstunde garantiert der Gesetzgeber den Betreibern momentan, wenn das Gas in Strom umgewandelt wird. Dazu kommt ein etwa halb so hoher Bonus, falls die Anlage ausschließlich nachwachsende Rohstoffe vergärt und noch einmal 2 Cent, wenn via Kraft-Wärme-Kopplung z.B. das benachbarte Schwimmbad mit beheizt wird. Für Europa löst die landwirtschaftliche Energieerzeugung gleich drei Probleme auf einen Streich: Erstens sinkt damit die Abhängigkeit von ausländischen Erdöl- und Erdgas-Lieferungen, zweitens hat die Energieerzeugung aus Biomasse eine ausgeglichene Klimabilanz. Und drittens bietet diese Strategie einen Ausweg aus der EU-weiten Nahrungsmittel-Überproduktion: Statt Flächen einfach stillzulegen, können Landwirte sie mit Energiepflanzen bebauen und sich damit neue Einkommenspotenziale erschließen. Mit diesen Zukunftsaussichten sind aber auch völlig neue Herausforderungen verbunden. Z.B. erfordert eine Biogasanlage ein entsprechendes technisches wie ökonomisches Know-how, dem nicht genügend Ausbildungs- und Beratungsangebote gegenüber stehen. Der Natur-, Landschafts- und Bodenschutz ist bislang auf eine nahrungsmittelproduzierende Landwirtschaft ausgelegt und muss nachhaltig reformiert werden. Weitere Informationen www.uni-bonn.de

Themen: Arbeit & Soziales | Energie | Wirtschaft | Umwelt & Natur |

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