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Klimahauptstadt Münster

KölnAgenda-Logo Köln, 02.05.2007
Kommunaler Klimaschutz mit langjähriger Tradition
Schon 1992 wurde in Münster ein aus 5 Wissenschaftlern bestehender Beirat für Klima und Energie eingerichtet, welcher 1995 38 Maßnahmenvorschläge aus den Bereichen Bauen und Wohnen, Stromeinsparungen, Energieumwandlung und Industrie, Verkehr, sowie übergeordnete Maßnahmen vorlegte. Ein Jahr später wurden diese Maßnahmen im Rahmen eines Handlungskonzept für eine Minderung der CO2-Emissionen um 25% bis 2005 vom Rat der Stadt Münster verabschiedet. Die auf Grundlage dieses Handlungskonzeptes umgesetzten Maßnahmen bescherten der Stadt Münster 1997 den Titel Klimaschutzhauptstadt.

In einer 2003 durchgeführten Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie wurde eine Zwischenbilanz der bisherigen Maßnahmen und ein Status Quo der Treibhausgasemissionen des Jahres 2000 erörtert. Als Vergleichsjahr wurde in der Studie das Jahr 1990 gewählt. Die Gesamtmenge im Bereich der Raum- und Prozesswärme konnte inclusive des dortigen Stromverbrauchs mit 3.878 GWh trotz gestiegener Wohnfläche (+ 15%) nahezu konstant gehalten werden. Aufgrund der Substitution von Öl-, Kohle- und Stromheizungen durch Erdgas und Fernwärme reduzierten sich die jährlichen CO2-Emissionen um rund 145.000 Tonnen auf gut eine Millionen (1009 Tsd). In diesem Zusammenhang stieg der Fernwärmeabsatzes um 28 GWh auf 578 GWh, wobei die CO2-Emissionen um 42.000 Tonnen auf 150 Tsd Tonnen zurück gingen (Umstellung des Brennstoffes von Steinkohle auf Erdgas). Der Heizstrom konnte um ein Drittel, der Stromeinsatz bei Prozesswärme um ein Viertel gesenkt werden (-90 Tsd Tonnen CO2).

Hingegen hat der Stromverbrauch für Licht, Kraft, EDV u.ä. um 205 GWh auf 965 GWh zugenommen. Die Emissionen stiegen um 16 % auf 560 Tsd Tonnen. Im Verkehrsbereich nahmen die CO2-Emissionen geringfügig um 1,4% ab. Während beim Regionalverkehr ein Zuwachs um 5 Tsd t auf 440 Tsd t zu verzeichnen war, konnten beim Binnenverkehr eine Reduktion von 8% auf 144 Tsd Tonnen erreicht werden.
Als Gesamtergebnis konnten die energiebedingten CO2-Emissionen um 3,4% gesenkt werden. Die spezifischen CO2-Emissionen pro Einwohner sanken um 4,9% (mehr Einwohner) auf 7,7 Tonnen pro Jahr. Bis 2005 rechnete die Studie im Zusammenhang mit der Errichtung eines GuD-Kraftwerkes mit einem Emissionsrückgang von 17%.

Die Stadt Münster hat daher ihr ursprüngliches Ziel einer CO2-Emissionenreduktion um 25% bis 2005 auf das Jahr 2010 ausgedehnt. Die erneute Auszeichnung mit dem Titel Klimaschutzhauptstadt im Jahre 2006 bescheinigt der Stadt Münster hierbei auf einem guten Weg zu sein. Ein wichtiger Aspekt bei den bisherigen Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster war die von Anfang an vorhandenen Unterstützung seitens der politischen Gremien. Herr Gerhard Joksch hat als Stadtbaurat bis zum Herbst 2006 acht Jahre lang bei der Stadt Münster im Bereich kommunaler Klimaschutz gewirkt. Bei seinem Vortrag im Rahmen des Workshops „Klimaschutz in Köln“ am 02.06.2007 des KölnAgenda wird er sicherlich interessantes zu berichten wissen.

Die 1995 erstellten Maßnahmenvorschläge sind im Internet verfügbar: www.muenster.de/stadt/umwelt/pdf/1659.pdf
Ebenso die Studie des Wuppertal Institut: www.wupperinst.org/de/projekte/projektdetails/index.html?&projekt_id=116&bid=130

Themen: Energie | Stadtgestaltung |

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