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Ostsee: Getrübter Badespaß

KölnAgenda-Logo Köln, 01.10.2007
Algenteppich von 70.000 qkm, BRD blockiert Rettungsplan
Ein Badeurlaub an der Ostsee klingt vielversprechend. Doch wer in den letzten Jahren an die Küsten Mecklenburg-Vorpommers reiste, wattete meist in einer grün-braunen Brühe. Massive Algenblüten, verursacht durch die landwirtschaftlichen Nährstoffe Phosphor und Stickstoff trüben das Badevergnügen. Die absterbenden Algen führen zu einem chronischen Sauerstoffmangel, der bereits ein Sechstel des Meeresbodens in tote Zonen verwandelt hat.
Ausgerechnet Deutschland, so die Umweltorganisation WWF, blockiere jetzt einen Plan, der das dramatische Ostseesterben abmildern soll. Als einziges Land weigere es sich, verbindliche Quoten für die Einleitung von Nährstoffen in das Baltische Meer zu akzeptieren. Damit steht der seit zwei Jahren von den Anrainerländern verhandelte Ostsee-Rettungsplan vor dem Scheitern. Am 15. November wollen die Staaten auf der Ostseeschutz-Konferenz HELCOM in Krakau den Aktionsplan beschließen.

Derzeit verursachen jedes Jahr eine Million Tonnen Stickstoff und 35.000 Tonnen Phosphor die Überdüngung des Meeres. Laut HELCOM-Plan sollen die jährlichen Einträge bis 2016 um 133.000 Tonnen Stickstoff und 15.000 Tonnen Phosphor reduziert werden. Die Bundesrepublik soll dazu nur einen Bruchteil beitragen: 250 Tonnen Phosphor und 5.600 Tonnen Stickstoff. Dies lehnen laut WWF die Landwirtschaftsminister Seehofer und Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern) jedoch ab. Andere Länder seien hingegen bereit, ihre Einträge zu senken: Polen um fast 71.000 Tonnen, Dänemark um 17.000 Tonnen und Schweden um 9.500 Tonnen. Auch Russland stimme dem Plan zu. Der Einwand Deutschlands, der Rettungsplan sei nicht mit EU-Gesetzen nicht vereinbar, ist nach Angaben des WWF am Donnerstag vom EU-Agrarrat entkräftet worden.

Mit dem Ostsee-Aktionsplan wollen die HELCOM-Staaten zudem für mehr Schiffssicherheit, weniger Umweltgifte und mehr Schutzgebiete sorgen. Das Baltische Meer soll zum Vorreiter der EU-Meerespolitik werden. „Ein Scheitern der Verhandlungen wäre ein fatales politisches Signal für den Ostseeschutz“, so WWF-Sprecher Lamp. Der schwedische Umweltminister drohe bereits, der HELCOM-Konferenz bei einem Scheitern der Nährstoffquoten fernzubleiben. www.wwf.de/unsere-themen/meere-kuesten/

Themen: Umwelt & Natur |

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